FotografIn

 
Name, Vorname Taeschler, Ludwig   
Taeschler, Josef Ludwig   
Taeschler, Jo. Ludwig   
Täschler, Louis   
25.07.1846 - 06.02.1924
   
Fotografengattungen Fotograf, Atelierfotograf
   
Bildgattungen Personen, Porträt, Ortsbild, Landschaft, Landwirtschaft
   
Arbeitsort(e) St. Fiden SG um 1862 - 1919
   
Umfeld Mitglied der Fotografenfamilie Taeschler.
Sohn von Johann Baptist Taeschler. Stiefbruder von Carl Taeschler, Bruder von Maximilian Joseph Taeschler und Emil Taeschler.
Mitinhaber von Gebrüder Taeschler zusammen mit Maximilian Joseph Taeschler und Emil Taeschler.
   
Werdegang Josef Ludwig Taeschler war der Jüngste von drei Söhnen Johann Baptist Taeschlers, aus dessen zweiter Ehe mit Maria Katharina Josepha (genannt Josephine), geborene Ackermann.
1862 begann Ludwig im Atelier des Vaters in St. Fiden zu arbeiten. Nach dem Tod des Vaters (1866) führte er das Atelier, zunächst noch für die Mutter, gemeinsam mit seinen Brüdern Maximilian und Emil unter dem Namen «Gebrüder Taeschler» weiter.
Ludwig entwickelte eine neue Retuschiertechnik, bei der ein Hintergrund für eine Porträtaufnahme direkt auf die Rückseite der Negativ-Glasplatte retuschiert wurde. Ab 1872 machte ihn dieses ausserordentlich aufwändige Verfahren international bekannt und brachte den «Gebrüdern Taeschler» mehrere Auszeichnungen bei internationalen Ausstellungen ein. Das arbeitsintensive Verfahren war jedoch wenig rentabel. Nach dem Tod von Emil Taeschler (1888) und dem Austritt von Maximilian Taeschler aus dem Geschäft (1892), führte Ludwig das Atelier gemeinsam mit Marzell Taeschler weiter, dem Sohn von Maximilian, der 1891 in das Atelier eingetreten war. Als Marzell das Atelier 1908 verliess, führte Ludwig das Geschäft alleine weiter. Die Auftragslage war jedoch zunehmend schlechter geworden und Ludwig musste sich mit Ersparnissen und Sammlungsverkäufen durchbringen. Aufgrund dieser finanziellen Bedrängnis musst er das Atelier 1919 aufgeben.
Am 6. Februar 1924 starb Ludwig Taeschler an den Folgen eines Schlaganfalls.
   
Bestände (Name, Zeitraum) Sammlung Fotoatelier Taeschler,   Institution: Kantonsbibliothek Vadiana
   
Primärliteratur Buchdruckerei Zollikofer (Hg.): St. Galler Schreibmappe, St. Gallen, Zollikofer-Verlag 1917.
Buchdruckerei Zollikofer (Hg.): St. Galler Schreibmappe, St. Gallen, Zollikofer-Verlag 1920.
Eine kleine Familienchronik (aufgezeichnet von Ludwig Taeschler), in: Sammlung Fotoatelier Taeschler, Kantonsbibliothek Vadiana St. Gallen, S. l., s. n. zwischen 1900–1920.
   
Sekundärliteratur Adressbuch der Stadt St. Gallen, St. Gallen, Sonderegger 1910.
Bärtschi-Baumann, Sylvia: Chronisten des Aufbruchs. Zur Bildkultur der St. Galler und Appenzeller Fotografen (1839-1950), Zürich, Offizin Verlag 1996.
Fondation Suisse pour la photographie (Hg.): La photographie en Suisse. 1840 à nos jours, Bern, Benteli 1992.
Keckeis, Peter (Hg.): Damals in der Schweiz. Kultur, Geschichte, Volksleben der Schweiz im Spiegel der frühen Photographie, Frauenfeld, Huber 1981.
Perret, René: Frappante Ähnlichkeit. Pioniere der Schweizer Photographie. Bilder der Anfänge, Brugg 1991.
Schweizerische Stiftung für die Photographie (Hg.): Photographie in der Schweiz von 1840 bis heute, Bern, Benteli 1992.
Stenger, Erich: Die beginnende Fotografie im Spiegel von Tageszeitungen und Tagebüchern, Würzburg-Aumühle, Konrad Triltich 1940.
Sütterlin, Georg: Taeschler, Joseph Ludwig, in: Fotostiftung Schweiz, Index der FotografInnen, Stand Januar 2017, www.fotostiftung.ch/de/archive-spezialsammlungen/index-der-fotografinnen/ .
Tillmanns, Urs: Konjunkturen der Atelierphotographie. Aus der Familienchronik der «Photographen-Dynastie» Taeschler, in: Tann, Siegfried (Hg.): Frühe Photographie 1840–1914. Das optische Gedächtnis der Bodensee-Landschaft, Kunst am See, Band 15, Friedrichshafen, Robert Gessler 1985, S. 64-79.
   
AutorIn Marc Herren
   
Letzte Aktualisierung 14.11.2017